Finanzmarktregulierung: Wie geht's voran?
Das BMF gibt einen Überblick über die Maßnahmen zur Finanzmarktregulierung auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene.
Die Finanzkrise hat tiefe Spuren im Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger hinterlassen. Für die Bundesregierung ist klar: Die Finanzmärkte brauchen wieder einen festen Rahmen. Die Krise war auch das Ergebnis eines weltweiten Wettbewerbs der Deregulierung der Finanzmärkte. Die Lehre aus dieser Krise ist, dass der Primat der Politik wieder Vorfahrt haben muss. Das erklärte Ziel der Regierungen insbesondere aus den Industrie- und Schwellenländern mit den größten Finanzplätzen ist, dass kein Akteur, kein Produkt und kein Markt künftig ohne Regulierung sein darf. Das Leitbild dieser Bundesregierung ist die Soziale Marktwirtschaft. Sie bildet das Fundament bei der Erarbeitung eines umfassenden Konzeptes einer Finanzmarktregulierung.
Viel getan – viel zu tun
Einigen mag es jedoch erscheinen, als ginge es zu langsam mit den Reformen voran. Die zahlreichen Maßnahmen und politischen Handlungsebenen erschweren den Überblick. Was kann ein Staat alleine leisten? Welche Regulierungen sind nur international durchzusetzen und weltweit wirksam? Fest steht, dass man den Problemen der globalen Finanzmärkte nur mit international abgestimmten Maßnahmen begegnen kann – und die politischen Prozesse sich international teilweise lange hinzuziehen scheinen. Doch man ist auf gutem Weg: Viel wurde bereits erreicht. Was auf europäischer Ebene und in Deutschland schon umgesetzt wurde, kann sich auch im Vergleich mit der Finanzmarktreform der USA, die stark in den Medien hervorgehoben wurde, mehr als sehen lassen.
Was hat Deutschland erreicht?
Was tut sich in Europa?
Welche Vorhaben laufen international?
Der Weltfinanzgipfel im November in Südkorea soll Empfehlungen verabschieden, die Banken unter anderem neue Standards zur Hinterlegung von Eigenkapital, Liquidität und Verschuldungsquoten auferlegen sollen (Basel III-Regelungen). Außerdem wird derzeit an neuen, weltweit einheitlichen Bilanzierungsstandards gearbeitet.
Was will die Bundesregierung auf nationaler und internationaler Ebene vorantreiben?
Finanztransaktionssteuer in Europa einführen: Die Bundesregierung hält eine Beteiligung des Finanzsektors an den Kosten der Krise für erforderlich. Die Bundesregierung will auf europäischer Ebene aktiv für die Einführung einer Finanzmarkttransaktionssteuer werben. Bundesfinanzminister Schäuble und seine französische Kollegin Finanzministerin Christine Lagarde haben sich zu diesem Zweck bereits in einem gemeinsamen Brief an die belgische Ratspräsidentschaft und nachrichtlich an die Europäische Kommission gewandt. Das Thema soll bereits im September 2010 Besprechungsgegenstand eines von der Ratspräsidentschaft anberaumten Sonder-ECOFIN sein.
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