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Gericht/Institution:BFH
Erscheinungsdatum:27.03.2019
Entscheidungsdatum:21.11.2018
Aktenzeichen:VI R 10/17
Quelle:juris Logo
Norm:§ 3 EStG

"Sensibilisierungswoche" als Arbeitslohn

 

Der BFH hat zu einem einwöchigen Seminar zur Vermittlung grundlegender Erkenntnisse über einen gesunden Lebensstil entschieden, dass der Arbeitgeber mit der Teilnahme an einer Sensibilisierungswoche seinen Arbeitnehmern steuerbaren Arbeitslohn zuwendet.

Die im Streitfall von der Klägerin ihren Arbeitnehmern angebotene "Sensibilisierungswoche" umfasste u.a. Kurse zu gesunder Ernährung und Bewegung, Körperwahrnehmung, Stressbewältigung, Herz-Kreislauf-Training, Achtsamkeit, Eigenverantwortung und Nachhaltigkeit. Finanzamt und Finanzgericht behandelten die Aufwendungen der Klägerin für die Sensibilisierungswoche als Arbeitslohn.

Der BFH hat auf die Revision der Klägerin die vorinstanzliche Entscheidung bestätigt.

Nach Auffassung des BFH führen Maßnahmen des Arbeitgebers für die Gesundheitsvorsorge der Belegschaft, die keinen Bezug zu berufsspezifischen Gesundheitsbeeinträchtigungen aufweisen, zu Arbeitslohn, wenn sie sich bei objektiver Würdigung aller Umstände als Entlohnung darstellen. Dies sei für die Sensibilisierungswoche zu bejahen, da es sich um eine allgemein gesundheitspräventive Maßnahme auf freiwilliger Basis handele. Maßnahmen zur Vermeidung berufsspezifischer Erkrankungen könnten hingegen im ganz überwiegenden eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers liegen und deshalb nicht als Arbeitslohn einzustufen sein. Zudem komme für Leistungen des Arbeitgebers zur betrieblichen Gesundheitsförderung eine Steuerbefreiung nach § 3 Nr. 34 EStG in Betracht.

Vorinstanz
FG Düsseldorf, Urt. v. 26.01.201 - 9 K 3682/15 L

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des BFH Nr. 18/2019 v. 27.03.2019