juris - Das Rechtsportal - Nachrichten

Schnellnavigation

Inhalt | Anmeldung | Navigation | Seitenanfang

Seitenpfad

Gericht/Institution:FG Düsseldorf
Erscheinungsdatum:05.09.2019
Entscheidungsdatum:11.07.2019
Aktenzeichen:14 K 1653/17 L
Quelle:juris Logo

Fahrten von Profisportlern im Mannschaftsbus können Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit sein

 

Das FG Düsseldorf hat entschieden, dass Fahrten von Profisportlern im Mannschaftsbus zur Arbeitszeit der Sportler und Betreuer gehören können und ein vom Arbeitgeber gezahlter Zuschlag für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit steuerfrei ist.

Die Klägerin ist eine Profi-Sportmannschaft. Die bei ihr angestellten Spieler und Betreuer sind arbeitsvertraglich verpflichtet, zu auswärts stattfindenden Terminen im Mannschaftsbus anzureisen. Eine individuelle Anreise ist ihnen nicht erlaubt. Die Klägerin zahlte ihren Arbeitnehmern Zuschläge zu Sonntags-, Feiertags- und Nacharbeit steuerfrei aus. Das Finanzamt vertrat die Auffassung, dass der Lohnzuschlag für das rein passive Verhalten der Arbeitnehmer während der Fahrt im Mannschaftsbus steuerpflichtig sei. Die Beförderungszeiten seien nicht mit einer belastenden Tätigkeit der Arbeitnehmer verbunden. Die Klägerin wurde zur Nachzahlung von Lohnsteuer aufgefordert. Dagegen wehrte sich die Klägerin.

Das FG Düsseldorf hat der Klage stattgegeben und eine Steuerfreiheit der ausgezahlten Lohnzuschläge bejaht.

Nach Auffassung des Finanzgerichts setzt die Anwendung der einschlägigen Steuerbefreiungsvorschrift eine tatsächlich geleistete Arbeit an einem Sonntag, Feiertag oder zur Nachtzeit voraus. Hierfür sei lediglich eine vergütungspflichtige Arbeitszeit erforderlich. Das passive Verhalten der Spieler und Betreuer während der Beförderung im Mannschaftsbus erfülle diese Voraussetzung. Sie seien arbeitsvertraglich zur Teilnahme an den Fahrten verpflichtet; hierfür hätten sie Zuschläge von der Klägerin erhalten.

Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig; die vom Finanzgericht wegen grundsätzlicher Bedeutung zugelassene Revision wurde eingelegt (Az. des BFH: VI R 28/19).

juris-Redaktion
Quelle: Pressemitteilung des FG Düsseldorf v. 05.09.2019